Klimaschutz ist Gesundheitsschutz!

Die Corona-Pandemie hat den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Klima- und Gesundheitskrise stark verdeutlicht. Immer wieder erreichen uns postapokalyptische Bilder von anderen Teilen der Erde, die aufgrund der anhaltenden Erderwärmung entweder lichterloh in Flammen oder aber komplett unter Wasser stehen. Diese klimabedingten Extremwetterereignisse beeinflussen die Gesundheit der Menschen weltweit. Gerade in Industriestaaten und Metropolregionen leiden viele aufgrund negativer Umwelteinflüsse unter chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Allergien, Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen. Diese Menschen sind daher auch besonders gefährdet, schwer an COVID-19 zu erkranken oder gar zu sterben.

 

One Health – Es gibt weder einen Planeten noch eine Gesundheit B!

Während der anhaltenden Pandemie ist eine weitere große gesundheitliche Bedrohung zunehmend in den Hintergrund gerückt: die Gefahr durch multiresistente Keime. Gerade in Krankenhäusern wird diese Gefahr seit jeher unterschätzt. Stark mitverantwortlich für die Zunahme von Resistenzen ist die industrielle Nutztierhaltung. Im Jahr 2019 wurden knapp 670 Tonnen Antibiotika in der Tiermedizin verordnet. Das entspricht ungefähr der Hälfte des Gesamtverbrauchs in Deutschland. Durch den teilweisen Einsatz von Reservantibiotika bei landwirtschaftlich genutzten Tieren, ist selbst ihre Wirksamkeit nicht mehr sicher gegeben. Die Entwicklung neuer wirksamer Medikamente hingegen stockt seit Jahren. Die Zoonose Corona muss die letzte Mahnung sein, die Themen Klima-, Umwelt- , Tier- und Gesundheitsschutz endlich in einem „One Health“-Ansatz zusammenzudenken.

 

Ohne Gesundheit ist alles nichts!

Die anhaltende Krise hat gezeigt, dass die Themen Gesundheit und Pflege sowohl in unserer Gesellschaft als auch in der Politik einen völlig neuen Stellenwert bekommen müssen. Wie wichtig Gesundheit ist, wird einem immer erst bewusst, wenn sie nicht mehr da ist. Gesundheit ist nicht selbstverständlich oder einfach „nice to have“. Sie begleitet uns bereits vor der Wiege bis zur Bahre. Sie ist eine Grundvoraussetzung für ein Leben in Würde und Freiheit. In einer alternden Gesellschaft brauchen wir neue Strategien, um diese Voraussetzung geschlechtergerecht, barriere- und diskriminierungsfrei auch bis zu unserem Lebensabend garantieren zu können. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land, zu Hause oder in den Pflegeeinrichtungen.

 

Gesundheit first – Wirtschaft(lichkeit) second!

Wie unentbehrlich ein starker Sozialstaat mit einem funktionierenden Gesundheitssystem für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist, wurde im vergangenen Jahr mehr als deutlich. Jahrzehntelang wurde unser Gesundheitssystem kategorisch kaputtgespart. Die Quittung der Strategie „Wirtschaft(lichkeit) first, Gesundheit second“ begleichen wir alle tagtäglich seit Beginn der Corona-Pandemie. Tatsächlich muss in Zukunft die Devise umgekehrt gelten. Das Thema Gesundheit muss an erster Stelle stehen. Denn ohne gesunde arbeitsfähige Menschen kann es auch keine gesunde Wirtschaft geben.