Liebe Freundinnen und Freunde,

mein Name ist Nadja Weippert. Ich bin seit dem Jahr 2012 politisch aktiv. Durch meine Initiative wurde in 2012 nicht nur ein Bürgerbegehren in meinem Heimatort erfolgreich gestartet, sondern auch 2014 der als unabhängiger Kandidat angetretene Dr. Peter Dörsam (BÜNDNIS 90/Die Grünen) mit einem überragenden Ergebnis von 61,7 % gegenüber dem damaligen CDU- Amtsinhaber zum Samtgemeindebürgermeister in Tostedt (Landkreis Harburg) gewählt. Und dies obwohl in Tostedt, wie auch in den meisten anderen niedersächsischen Kommunen, eine extrem konservative Einstellung und damit verbundene „CDU- Vorherrschaft“ zu finden war.

Ich hatte mir aber selbst zur Aufgabe gemacht, genau diese eingefahrenen, veralteten und ganz besonders intransparenten Strukturen zu durchbrechen. Der im Vergleich zu den anderen niedersächsischen Gemeinden überdurchschnittliche kommunalpolitische Wahlerfolg in 2016 (18,6 % auf Samtgemeinde- Ebene) zeigte, dass mein politisches Engagement zielführend zu sein scheint und inspirierte mich, auch auf anderen Ebenen als ausschließlich der kommunalpolitischen tätig zu werden.

Als Studentin der Politikwissenschaft bin ich fest davon überzeugt, dass man nicht nur auf der kleinsten politischen Ebene Strukturen, Richtungen und Beschlüsse verändern kann, sondern dass dies auch auf allen anderen Ebenen möglich ist. Dies führte mich schließlich zu meiner Entscheidung, in diesem Jahr erstmalig für den Bundestag zu kandidieren.

Ein Schwerpunktthema, das mir dabei besonders am Herzen liegt und gerade für uns in Niedersachsen eine besondere Herausforderung darstellt, ist die längst überfällige Agrarwende. Niedersachsen, gerne als „Heimatland der Mastbetriebe“ bezeichnet – 50 % aller Masthähnchen sowie ein Drittel aller Schweine und Legehennen werden hier gehalten -, ist als Negativbeispiel hinsichtlich artgerechter Tierhaltung in Deutschland führend. Die Massentierhaltung hat bekanntermaßen erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit und Umwelt:

  • von nicht berücksichtigtem Tierschutz
  • über Antibiotikaresistenzen
  • bis hin zum nitratverseuchtem Grundwasser und Boden durch Überdüngung.

Gerade im Westen Niedersachsens gibt es ländliche Regionen, in denen die Böden erheblich belastet sind, die Nitratgrenzwerte überschritten werden und somit eine weitere Düngung verboten wurde. Die Folge davon ist ein reger Gülleexport innerhalb Niedersachsens, um die Tierexkremente auf Böden aufzubringen, welche noch unter den vorgegebenen Richtwerten liegen. Unsere derzeitige Bundesregierung neigt aber eher dazu, die Grenzwerte zu erhöhen, anstatt die längst überfällige Agrarwende einzuleiten. Für letztere, verbunden mit einer ökologischen Landwirtschaft und Abschaffung der Massentierhaltung, werde ich mich mit aller Kraft und Vehemenz einsetzen und gleichzeitig die Privatisierung von Grundwasser, wie in unserem Nachbarland Frankreich geschehen, verhindern. Der Ressourcenerhalt und die damit verbundene Sicherung der Lebensqualität für zukünftige Generationen muss weiterhin eines unserer wichtigsten grünen Ziele sein.

Leider blockiert aber der weitverbreitete Lobbyismus die Umsetzung von bundespolitischen Entscheidungen bzw. mitunter gar die Entscheidungen selbst. Große Konzerne, beispielsweise in der Agrarwirtschaft, der Pharmaindustrie oder in der Chemiebranche, verfolgen ihre Eigeninteressen zu Lasten unserer Umwelt und unseres Gemeinwesens. Aktuelles und bestes Beispiel hierfür ist der VW – Abgasskandal und die aufgedeckte Verflechtung zwischen Behördenmitarbeitern und Konzernmanagern. Es muss dringend wieder eine Umkehr stattfinden! Wir müssen dahin zurückkommen, dass die Politik von den gewählten Abgeordneten gestaltet und umgesetzt wird, statt von der Profit orientierten Konzernlandschaft beeinflusst und konterkariert zu werden. Auch dafür möchte ich mich vehement einsetzen.

Des Weiteren gibt es aber ein Thema, das unseren Bundestagswahlkampf 2017 maßgeblich bestimmen und beeinflussen wird: die Innere Sicherheit. Durch die jüngsten Ereignisse in Deutschland, wie der terroristische Anschlag in Berlin, polarisiert dieses Thema die gesamte Bevölkerung. Reale und gefühlte Sicherheit sind Bestandteile der Lebensqualität eines jeden von uns. Auch wenn es nicht eines unserer grünen Primärthemen darstellt, dürfen wir uns der Sorge unserer Bürgerinnen und Bürger diesbezüglich nicht verweigern und müssen Lösungen anbieten. Die besondere Herausforderung hierbei wird sein, den Spagat zwischen individueller Freiheit und bevormundender Überwachung zu schaffen.

Unsere Welt wird immer schnelllebiger, vieles scheint aus den Fugen zu geraten, die politische Landschaft ist in Bewegung: ob nun durch Brexit, Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten oder aber durch den Zuwachs der AfD in Deutschland. Die Menschen sind durch die jüngsten Entwicklungen verunsichert, denn ungewisse Zeiten und Umbrüche machen Angst.

Es liegt aber an uns, wie wir dieser Angst begegnen. Denn gleichzeitig bedeuten Veränderungen auch immer Chancen! Insbesondere wenn „das Maß zunehmend voll wird“ und die Menschen unzufrieden sind. Wir müssen diese sich uns bietende Chance ergreifen und dürfen sie nicht anderen überlassen. Nur so können wir erreichen, dass die Veränderungen in Deutschland positiv gestaltet werden. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen und insbesondere weiterhin stark und geschlossen für unsere gemeinsamen grünen Ziele eintreten!

Ich bitte Euch hiermit um Euer Vertrauen und Eure Stimme bei der Landesdelegiertenkonferenz am 18.02.2017 in Hannover. Neben meiner Direktkandidatur im Wahlkreis Harburg-Land, bewerbe ich mich um Platz 7 auf der Landesliste zur Bundestagswahl 2017. Bitte gebt mir die Chance aktiv für Euch dabei zu sein, um für unsere grünen Ziele zu kämpfen!

Eure Nadja